Astra J OPC: TÜV mit ASG Klappenauspuff

Kaum zu glauben, aber ich habe tatsächlich ohne Rückbau der Abgasanlage beim ersten Versuch die Haupt- und Abgasuntersuchung bestanden. Die Zeit, die dich beim TÜV verbracht habe werde ich aber so schnell nicht mehr vergessen. Am 02. Mai 2018 in aller frühe hatte ich den Termin.

Vorbereitung und Anmeldung

Am Tag vorher bin ich ein mal durch’s Auto und habe alles entfernt, was nicht gebraucht wurde. Das Auto war quasi im Auslieferungszustand. Die Fernbedienung vom Schlüsselbund hatte ich zu Hause gelassen. Die zweite Fernbedienung in der Schale der Gangschaltung habe ich noch benutzt um die Abgasanlage leise zu schalten und dann in der Tasche verschwinden lassen.

Bei der Anmeldung wurden meine Nerven schon richtig beansprucht. Schlüssel und Fahrzeugschein habe ich der Mitarbeiterin am Empfang gegeben. Bei der Eingabe der Daten aus dem Fahrzeugschein stürzt der Computer ab. Im selben Momment kam auch der Prüfer aus einem Hinterzimmer. Die Mitarbeiterin zu ihm “Jetzt ist das Mistding abgestürzt, aber du kannst ja schon mal anfangen!”. Der Typ hinter mir hat es auch gleich passend in Worte gefasst: “Oh oh. Das ist kein gutes Zeichen”. Was ein Scheißkerl :-)

Ich konnte nicht weg, weil die Mitarbeiterin meinte, dass ich noch bezahlen müsste. Draußen hat der Prüfer schon das Auto vor der Halle abgestellt und die Motorhaube aufgemacht.

Hauptuntersuchung (HU)

Ich bin dann trotzdem raus, weil ich ja dabei sein wollte. Bei der ganzen Prüfung darf man ja daneben stehen und zuschauen. Ich persönlich war noch nie bei einer Prüfung dabei und war deshalb super neugierig und super nervös. An meinem Auto gibt’s drei Stellen, die durch den Umbau bei ASG dem Prüfer auffallen könnten:

Als ich dann neben ihm Stand hatte er die Finger grade an der Batterie und versuchte die zu bewegen. Vorbereitet wie ich bin wusste ich: Der Prüft, ob die Batterie fest sitzt und sich nicht bewegt. Zwei Centimeter daneben die Sicherung.

Im Motorraum war alles okay und die Motorhaube war schnell wieder geschlossen. Das erste Hinderniss war also schon überwunden.

Irgendwann war dann das Auto auch auf der Hebebühne. Jetzt kommt der Teil, wo ich richtig nervös wurde. Von vorne tastete sich der Prüfer langsam dem Auspuff entlang richtung Endschalldämpfer (ESD). Der Mittelschalldämpfer ist zwar auch manipuliert, aber von außen unverändert. Deswegen machte ich mir dabei schon mal keine Sorgen.
Am ESD angekommen leuchtet er also ein mal Quer von links nach Rechts alles ab, also Bremsen, Stoßdämpfer, Federn, den Auspuff an sich und bleibt dann plötzlich mit dem Lichtkegel an der Klappe stehen. Ich direkt innerlich “Scheiße. Jetzt hast verloren!”. Und dann geht er her und fummelt noch so am Unterdruckschlauch rum. Er dreht sich zu mir um und frag “Warum sind Sie denn so nervös?”. Ich stammle dann so “Naja das Auto ist zwar neu aber das ist mein erstes mal TÜV man weiß ja nie und sowieso”.

Ich warte schon sehnsüchtig, dass er mir den Arschtritt verpasst und sagt, dass ich mich mit meinem KFZ aus der Halle verpissen soll :-). Er ging zu seinem Computer, tippt irgendwas, lässt das Auto von der Hebebühne und fährt eine Station weiter. Zeite Hürde erstaunlicherweiße also auch geschafft. Fehlt nur noch die AU, aber von der hatte ich nicht so viel Angst wie vor der HU (siehe Blogartikel).

Abgasuntersuchung (AU)

Der Astra J OPC hat eine Duplex Anlage. Daß heißt die Abgaße strömen links und rechs raus. In einer von den Ausgängen muss die Messsonde rein. Da links durch die Klappe zu ist, hatte ich die Hoffnung, dass er die Sonde rechts rein steckt.
Tja, daraus wurde leider nichts :-). Die erste Absaugeinrichtung hat er links hingestellt. Auf der rechten Seite war noch ein Porsche bei de AU. Auf den mussten wir warten, damit die zweite Absaugung für mein Auto frei wurde. Ich hab mich aber schon so richtig gefreut, dass er die Sonde rechts rein steckt und dann die Absaugung davor stellt. Er stellt die zweite Absaugung rechts hin und steckt dann die Sonde links rein. Ich hatte so Angst, dass ich jetzt an der AU scheitere.
Ich stand also neben einem Monitor der Drehzahl und Abgasvolumen angezeigt hat. Der Prüfer startet den Motor und auf dem Monitor erscheint die Leerlaufdrehzahl von ca. 800 U/min. Aber - oh Wunder - Kein Abgas. Der Prüfer war davon aber sichtlich unberührt. Er startete die erste Messung. Das heißt hochdrehen auf eine Drehzahl von ungefähr 2000 U/min. Wieder kein Abgas. Ich war mir sicher, dass ich jetzt tatsächlich an der AU scheitere.

Der Prüfer stieg aus, geht zum Ende und justierte die Sonde neu. Er stieg wieder ein und der Test begann von neuem. Wieder mit dem Ergebnis, dass kein Abgas gemessen wurde.
Immer noch unberührt von dem Ergebnis schaltet er in den nächsten Testlauf: Volllast. Er steigt voll Gas und lässt den Motor bis in den Begrenzer drehen. Durch den elektronischen Begrenzer gibt es keine Zündaussetzer und somit auch kein Knallen, aber beim runterdrehen fängt das Auto (lauter als erwartet) das blubbern an. Das Ergebnis: Nicht bestanden. Die Meldung habe ich nun schon zum dritten mal gesehen und für mich war das Thema damit eigentlich auch erledigt. Der Prüfer stieg aus, holte einen Kollegen und zog einen Lappen aus einem Regal, den er dann auf die rechte (offene) Seite versuchte zu stecken. Der Lappen war aber nicht groß genug um die großen Endrohre komplett abzudichten. Ich fragt ihn, wass er jetzt vor hat und ob das ein Problem ist. Er hat mir dann erklärt, dass eventuell ein Sog von Frischluft auf der rechten Seite das Messergebnis verfälscht. Sein Kollege setzte sich rein und gab wieder vollgas. Nichts passierte aber das Blubbern hat dann doch zum Stirnrunzeln geführt.

Der Prüfer zog dem Lappen raus und ging zum PC. Ich fragte ihn wieder, ob das jetzt wirklich nicht bestanden heißt. Der Prüfer sagte ganz cool, dass das schon OK ist und setzte beide Tests manuell auf “i.O” (in Ordnung). Während der Drucker den Prüfbericht ausdruckte, zog er sein Plakettendöschen aus dem Mantel, kratzte die alte Plakette ab und klebte die neue drauf. Ich war absolut baff und grinste von Ohr zu Ohr. Ich bin tatsächlich durch die HU und AU mit einem (illegalen) Klappenauspuff gekommen :-)

Gedanken

Hat der Prüfer die Klappe wirklich nicht wahrgenommen? Ich glaube es fast nicht. Die Leute beim TÜV sind ja nicht dumm. Außerdem hat er den Unterdruckschlauch ja auch angefummelt.
Andererseits hat er bei der AU ja auch auf der Seite der Klappe gemessen. Hat er es zwischenzeitlich einfach vergessen oder dachte er, dass das Auto im Werkstattmodus wäre mit offener Klappe? Oder hat er eine Opel Teilenummer auf dem ESD gesehen und dachte, dass das Serie ist? Die klappe passt farblich ja mittlerweile schon zum Rest vom Auspuff.

Das Rätsel werde ich wohl nie lösen.


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