soomz.io: Hardware basierter Spionageschutz für Kameras

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In der vergangenen Zeit häufen sich die Berichte über Programme, die Bilder von der Person machen, die das Gerät aktuell benutzen. Vor kurzem war das eine App für Android, die kostenlose Pornos versprach. Öffnete man die App dann voller Vorfreude waren da keine Bilder von hübschen Mädchen. Es passierten genau drei Sachen:

Bei einigen Kiddies ist die „Freude“ bestimmt schnell wieder abgeklungen *hehe*.

Diese Taktik ist nicht neu. Ich erinnere an den Webdienst, der Laptops von Studentinnen via einer Flash Lücke angezapft hat und Zugang zu den Webcam-Feeds verkauft hat. Die unfreiwilligen Camgirls wussten natürlich nichts davon, dass sie beim Lernen und anderen Dingen von hunderten Leuten beobachtet wurden. Stalking im 21 Jahrhundert.

Ein Software basierter Schutz gibt es meistens nicht. Und selbst wenn es so eine Vorrichtung gibt kann er meistens sehr leicht umgangen werden, die die ständigen Lücken in Adobe’s Flash zeigen.

Der Schweizer Anbieter Stay out of my Zoo (Soomz) hat einen „Hardware“ basierten Schutz gegen solche Angriffe hergestellt.

Verdeck für die Linse

Die Lösung ist ein kleines Plättchen (wahlweise aus Plastik oder aus Metall), das vor die Kamera geklebt wird. Darauf befindet sich ein kleiner Schieber, der vor die Linse der Kamera geschoben wird. Möchte man ein Foto von sich selbst machen oder einer Videokonferenz teilnehmen schiebt man den Schieber einfach zur Seite. Braucht man die Frontkamera nicht mehr verdeckt man die Linse wieder.

Versucht eine Software ein Bild zu machen funktioniert das zwar, das Resultat ist aber nur ein schwarzes Bild.

Praxistest

Beschaffung

Ich habe mir vor ein paar Wochen ein Set aus schwarzen Metall bestellt. 9,99 € für 5 Stück hört sich teuer an, aber der Versand in fast alle Ländern der EU ist bereits enthalten. Verschickt wird das ganze aus der Schweiz und dank ausgeklügelter Verpackung ist die Zollkontrolle einfach: Es gibt keine Umverpackung. Der Schweizer Zoll kann auf einen Blick sehen, dass keine bösen Dinge verschickt werden und kann die Sendung schnell bearbeiten und weiterleiten.

Bestellt und bezahlt habe ich das ganze via PayPal an einem Sonntag Abend und bereits nach 3 Tagen fand ich die Sendung in meinen Briefkasten.

Kluge Verpackung und Startschwierigkeiten

Die Verpackung ist ein einfacher Pappkarton, in dem die fünf Plättchen einzeln herausgelöst werden können. Die Instruktionen für das Aufkleben auf dem jeweiligen Gerät sind aufgedruckt.

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Diese sollten eigentlich selbstverständlich sein. Der Tipp mit dem Reinigen der Geräteoberfläche eigentlich auch, allerdings reicht meiner Meinung nach einfaches wischen mit einem feuchten Tuch nicht aus, denn bedingt durch Hautfett und/oder mikroskopisch kleinen Staub wird dadurch nur verwischt.

Mein Handy war eines der ersten meiner Geräte, das eine Abdeckung bekommen hat. Erst nach der Entfernung des Hautfetts mit ein bisschen Spülmittel und Glasreiniger hielt der Klebestreifen das Plättchen an der richtigen Stelle.

Skeptisch war ich schon von Anfang an, als ich die Größe des Klebestreifens gesehen habe.

 

Alltagstest

Mein Handy liegt ja nicht nur bei mir auf dem Tisch. Das Plättchen muss physische Einwirkungen aushalten können ohne zu verrutschen. Ob das der Klebestreifen aushält war die Frage.

Der Schieber ist magnetisch und wird so an den Schieber gebunden. Herausfallen ist dadurch nicht möglich. Dazu benötigt man Fingernägel.

Verrutschen des Plättchens

Während des Tages liegt mein Handy einfach nur auf dem Tisch rum und wird ab und zu mal in die Hand genommen. Die restliche Zeit verbringt es in der Hosentasche wo es hin und wieder mal rausgeholt, kurz benutzt und wieder zurück in die Tasche gesteckt wird. Circa vier Tage lang habe ich die Position des Plättchens nicht korrigieren müssen und war von dem kleinen Klebestreifen voll überzeugt.

Ab dem fünften Tag begann dann das Plättchen zu wandern. Erst waren es nur ein paar Millimeter, wodurch die Linse immer noch verdeckt blieb. Doch je mehr Korrekturen ich machte, desto schneller und weiter driftete das Plättchen ab.

Dreck am Rand

Bedingt durch die vermehrten Korrekturen und tägliches Benutzen verdreckt nach einiger Zeit der Rand des Plättchens.

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Vor allem bei viel Helligkeit sieht man wie viel Staub sich anhaftet. Beim sauber machen ist es dann passiert: Das Plättchen ist vom Display abgefallen. Der Klebestreifen war komplett voll mit Staub.

Alle zwei bis drei Wochen müsste man ein neues Plättchen aufkleben, damit es in Position bleibt und kein Staubfänger wird. Das kommt aber auf dauer gesehen ziemlich teuer. Eventuell könnte man mit Sekundenkleber den Klebestreifen gleich an Anfang bombenfest auf das Display kleben. Da das Handy aber nicht mir gehört und mit Sekundenkleber schnell die Oberfläche des Displays beschädigt werden kann, habe ich die Finger davon gelassen.

Andere Lösung

Die Idee an sich ist ja nicht schlecht und verzichten wollte ich auch nicht darauf. Ich benutze die Frontkamera meines Handys nie, deswegen konnte es ruhig eine permanente Lösung sein. Ich habe mich dann für Klebeband entschieden, aber nicht ein Panzer-Tape mit rauen Oberfläche.

Ich nahm das schwarze Klebeband, mit der Gewürzdosen verschlossen werden. Ich habe noch nie ein Klebeband gesehen, dass so dünn und strapazierfähig und dennoch leicht wieder ablösbar ist.

Mit einer Schere habe ich einen kleines Viereck zurecht geschnitten und auf die Linse geklebt. Voilà, hält bombenfest und verdreckt auch nicht. Mit einem normalen Wischtuch kann man einfach drüber wischen.

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Zugegeben: Nach ein paar Wochen franzt das Klebeband ein bisschen aus. Dabei nimmt es aber den Staub am Rand gleich mit und man hat so immer eine saubere Kante.


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