Bauprojekt: Neuer Homeserver

Achtung! Dieser Artikel ist älter als ein Jahr. Der Inhalt ist möglicherweise nicht mehr aktuell!

Ca. ein Jahr ist vergangen (04. April 2014), seitdem ich mir eine Synology DiskStation 213J zusammen mit zwei 3 TB WD RED 247 Platten zugelegt habe. Kostenpunkt damals: 398,80 €.

Nun ging mir der Speicherplatz aus. Beide Platten waren im RAID 1 Verbund. Sprich es blieben „nur“ 3 TB Gesamtkapazität wirklich übrig.

Abhilfe musste her. Was kostet also ein 4 Bay NAS? Mit 370 € reinen Gerätekosten ist man dabei. Nimmt man noch zwei weitere 3 TB Platten hinzu kommen nochmal  260 € dazu. Alles in allem ist man mit gut 600 € dabei.

Das Problem: Man ist wieder auf 4 Festplatten limitiert.

Es war also an der Zeit sich selbst ein NAS zu bauen.

Hardware

Ein paar Tage habe ich verschiedene Kombinationen ausgesucht und letztendlich bei Mindfactory bestellt.

Auf Twitter gab’s dazu auch ein bisschen Stress. Da mein Kundenkonto aktuell den Status „gesperrt“ hat verlinke ich nicht auf deren Seite.

Planungsumfang: Bis zu 8 Datenfestplatten müssen unterstützt werden.

Mainboard

Viel Speicherplatz bekommt man durch viele Festplatten. Viele Festplatten brauchen viele SATA Ports. Also muss ein Mainboard mit vielen Ports her.

Ich habe mir das Gigabte Z87X-UD4H ausgesucht. Es bietet 8 SATA Ports, unterstützt die gängigen DDR3 Speicher-Riegel und hat einen Intel 1150 Sockel.

Preis: 108,44 €

Allerdings hatte ich ein Problem mit dem Mainboard. Dazu habe ich aber einen anderen Artikel geschrieben.

CPU

Die CPU war abhängig vom Mainboard. Dieses hat – wie bereits erwähnt – den Sockel 1150 von Intel.

Viel Leistung braucht er nicht. Deshalb habe ich mir nur einen Dual-Core ausgesucht. Allerdings wäre AES-NI schön gewesen. Dieser scheint aber erst ab den Quad-Cores dabei zu sein. Der Preisunterschied war einfach zu hoch.

Letztendlich habe ich mir den ersten geschnappt, den ich gesehen habe: Einen Intel Celeron G1820 mit 2×2,7 GHz.

Preis: 31,85 €

RAM

Der RAM hängt ab vom Mainboard und von der CPU. Die CPU kommt nur mit dem DDR3-1333 Riegeln klar. Das Mainboard unterstützt diesen und ein paar andere noch dazu.

Bei RAM kann man eigentlich nicht viel falsch machen. 8 GB sollen erstmal reichen. Deshalb habe ich mir auch hier einen der ersten ausgesucht, der mir angezeigt wurde. Hier war es ein Riegel mit 8 GB von Corsai (Corsai ValueSelect 8 GB Single).

Preis: 58,33 €

Netzteil

Enermax Thriatlor 550 Watt. Viel zu viel eigentlich, aber ich brauchte acht SATA Stecker. Gott sei Dank werden die 550 Watt nicht permanent ausgenutzt :-)

Preis: 60,68 €

Gehäuse

Ein billiges! Das Gehäuse steht nicht bei mir in der Wohnung (dazu später mehr), folglich sind mir Lüftergeräusche egal. Eingebaut sind drei nicht regulierte Lüfter die schön blau leuchten.

Ein Inter-Tech A6 Superior Midi-Tower Gehäuse mit 8 3,5 Zoll Einschüben sollte es sein. Leider gehen die Einschübe zur Seite raus. Eventuell hätte ich hier doch ein bisschen mehr investieren sollen.

Preis: 41,44 €

Zubehör

Ein paar kleine Dinge sind noch dazu gekommen.

5x 30cm SATA III 6 GBit/s Kabel

Preis: 19,50 €

120 GB ADATA Premier Pro SP900

Preis: 61,57 €

2x 3 TB WD RED 247 Festplatte

Preis: 228,80 €

Mindfactory Service Level Gold

Preis: 4,90 €

Summa summarum

Alles in allem hat mich die Hardware 615,41 € gekostet. Etwas teurer als das 4-bay NAS, dafür aber viel flexiebler.

Im Gegensatz zu den NAS Geräten ist der Stromverbrauch etwas höher. Leider hatte ich keinen Strommesser zur Hand und weiß deshalb nicht den genauen Wert.

Zusammenbau

Der Zusammenbau ist eigentlich unspektakulär.

CPU auf das Mainboard setzen und Lüfter befestigen. Danach das Mainboad ins Gehäuse schrauben.

RAM, Festplatten und das Netzteil im Gehäuse befestigen und die Kabel nach Anleitung anschließen.

bereit für den ersten Funktionstest

Sobald man diese Schritte durchgeführt hat, kann man das Zusammenspiel testen.

Wahl des Betriebssystems

Es gibt dutzende Betriebssysteme, die man wählen könnte. Windows fällt natürlich gleich mal raus aus den bekannten Gründen.

FreeNAS & NAS4Free

Empfohlen von einem Arbeitskollegen, der das selbst im Einsatz hat. Allerdings habe ich keine praktische Erfahrung mit FreeBSD und ich wäre auf eine Web GUI beschränkt.

Zudem hatte ich in einer VM keine Möglichkeit ein RAID 5 zu basteln, sondern nur irgendwas mit dem ZFS. Ziemlich schnell habe ich mich dagegen entschieden.

Debian 7

Mein Lieblings Server Betriebssystem. Leider erkannte der etwas ältere Kernel den Chipsatz nicht -> Kein Netzwerk.

Selbst am Kernel rumbasteln wollte ich nicht und Debian 8 wollte ich auf keinen Fall auf diesen Produktivsystem aufspielen.

Ubuntu Server 14.10

Eigentlich hätte ich die 14.04 LTS Version genommen, aber dort wurde die Netzwerkkarte auch nicht erkannt. Deshalb bin ich mit der 14.10 durchgestartet. Wirklich kaputt gehen kann beim Upgrade nichts.

Über den Setup des Betriebssystems und den Festplatten erstelle ich noch einen gesonderten Artikel.

Standort

Kurz gesagt: Auf den Balkon :-)

Auf meinem Balkon habe ich eine ca. 2 m² große Vorratskammer mit einer solideren aber luftdurchlässigen Türe. Perfekt um ein LAN Kabel und ein Strom Kabel reinzulegen :-)

In Regensburg sind plötzliche Temperaturschwankungen dank des Flusses sehr selten. Die Türe schützt vor Wind, Regen und hoffentlich auch Schnee, sollte jemals wieder einer kommen. Zusätzlich werde ich bald eine kleine Isolierung an der Türe befestigen.

Aktuell gemessene Temperaturwerte:

Komponente / Ort Temperatur
(in °C)
Außentemperatur 2,1
CPU 11,0
Raumtemperatur 9,3
/dev/sda (SSD Systemplatte) 12,0
/dev/sdb 15,0
/dev/sdbc 16,0
/dev/sdd 18,0
/dev/sde 18,0

Sieht also bis jetzt gut aus.

Zu guter Letzt noch ein Bild von gestern Abend, nachdem ich ihn rausgebracht habe. Mir ist bewusst, das man nicht viel sieht, aber man erkennt den guten Willen :-)

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