Goodbye Netflix

Achtung! Dieser Artikel ist älter als ein Jahr. Der Inhalt ist möglicherweise nicht mehr aktuell!

Zwei Tage nachdem Netflix in Deutschland verfügbar war, habe ich meinen Probemonat begonnen und war von Anfang an fasziniert. „So sieht also die Zukunft aus“, dachte ich mir. Die Weiterentwicklung des Fernsehens“.

Nach dem Probemonat habe ich dann auch den Account weiterlaufen lassen. Da ich Sachen in HD schauen wollte, musste ich das „Standard“-Abo für 8,99 € (also 9 €) nehmen. Alles in allem eigentlich nicht teuer.

Long story short: Netflix ist toll, aber nach einiger Zeit kennt man alles. Deshalb habe ich heute morgen mein Abo gekündigt.

Der Anfang

Die Wurzeln des Dienstes liegen in den USA, wo er sehr weit verbreitet ist. Ich hab schon etliche Vine-Videos über heulende Kinder gesehen, die auf dem Sofa auf- und abhüpfen und kreischten, weil Netflix nicht erreichbar war.

Als es dann im September 2014 auch in Deutschland verfügbar war, habe ich mir (wie schon gesagt) einen Probemonat gegönnt – und war begeistert. Viele Serien, die ich schon geschaut habe, waren verfügbar. Nachdem Netflix so ungefähr meinen Geschmack erkannt hatte, wurden mir auch tolle neue Serien vorgeschlagen. Darunter sind zum Beispiel:

Auch viele alte Serien wie „Oggy und die Kakerlaken“ (eine Serie, die früher auf SuperRTL gelaufen ist) sind vertreten.

Ebenfalls lobenswert sind die Dokumentation. Anfangs dachte ich, dass es nur Serien unf Filme gibt. Darunter zum Beispiel die Dokus von Michael Moore. Von dem kannte ich bis jetzt nur „Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte“, in der man viele weinende und meiner Meinung nach selbst für ihre Taten verantwortliche Amerikaner sieht.

Auf Netflix habe ich dann seine Doku „Bowloing for Columbine“ gefunden. In dieser zeigt er anlässlich des Columbine High-Schhool Massakers die Mentalität der Amerikaner zu Waffen und vielem anderen. Eine nennenswerte Szene ist zum Beispiel, dass er bei einer Kontoeröffnung ein Winchester Gewehr bekommt :-)

Aber zurück zu Netflix. Eigentlich ist dieser Part meiner Review schon fertig. Aber ich hab noch einen Kritikpunkt.

Nutzbarkeit den Dienstes

Netflix (und auch die meisten anderen Video-on-Demand-Diensten) preisen an, dass man die Inhalte auf vielen Endgeräten ansehen kann: PC, TV, Handy, Tablet, Spielekonsole und wahrscheinlich auch auf Kühlschränken.

In der Realität kann ich das zumindest bei Netflix bestätigen. Ich kann auf meinem LG Smart-TV, Samsung Galaxy S3 + S4 und Nexus 7 (2012) einfach und ohne Probleme Inhalte abrufen. Lediglich auf dem PC habe ich ein paar Probleme – vor allem, weil ich Linux User bin. Doch auch für Windows soll es nicht so toll aussehen.

Der Support für Firefox ist quasi nicht existent – das ist schade, aber noch kein Ausschlusskriterium. Lediglich mit Chrome gibt es eine reelle Chance, dass es auf anhieb klappt.

Ich habe es auch mit Chromium versucht, aber der wird nicht unterstützt. Letztendlich habe ich mir dann doch Chrome runtergeladen und mich der Gewalt gebeugt.

Alles in allem ist es aber bis jetzt der beste Dienst, den ich gesehen habe. Nur YouTube läuft wirklich auf jedem Endgerät :-)

Angebot

Das Angebot ist alles in allem sehr weitreichend. Vom C-Movie bis hin zu Triple-A-Release ist alles vertreten – und das in jedem Genre.

Ich hab sehr viel Zeit auf Netflix verbracht. Deshalb habe ich auch ziemlich schnell meine Serien abgefrühstückt und brauchte neues Futter. Mir macht es übrigens nichts aus Inhalte doppelt, drei- oder vierfach anzusehen. Beispiel: Alle drei Staffeln von „Lie to me“ habe ich im Dezember 2014 angeschaut, wobei ich speziell die Episode „Geblendet“ ca. 12 mal angesehen habe.

Leider fehlt sehr vieles ! Nur ein kleiner Auszug aus meiner Liste, die ich mal an den Support geschrieben habe:

Wie gesagt, das ist nur ein kleiner Auszug und ja, mir ist durchaus bewusst, dass ich nicht nur die Mainstream Serien anschaue.

Interessanter weise wird mir zum Beispiel bei der Suche nach „Under the“ schon die richtige Serie „Under the Dome“ angezeigt.[

selectionUnderThe]1Es haben also mehrere User bestimmt schon danach gesucht. Leider dauert die Verhandlung mit den Rechteinhabern und die daraus resultierende Lizenzierung anscheinend sehr lange. Zumindest war das die Aussage des Supports.

Updates werden aber nur sehr selten nachgereicht. Das ist auch der Grund, warum ich meinen Abo nun beendet habe und meinen Account erstmal ruhen lasse.

Das Abo-Modell

Das Abomodell gefällt mir sehr gut. Neben dem schon mehrmals angesprochenen Probemonat gibt es aktuell drei Modelle. Alle haben eine Laufzeit von einem Monat und die Gebühren werden im Vorraus per Kreditkarte, PayPal oder Lastschrift bezahlt.

Name Maximale qualität Anzahl parallel
streamender Geräte
Preis
Basis SD (ca. 480 Pixel) 1 7,99 €
Standard HD (bis 1080 Pixel) 2 8,99 €
Premium 4K (bis 4320 Pixel) 4 11,99 €

Standard reicht meiner Meinung nach voll aus. Wer schon 4K-Hardware zu Hause stehen hat, der kann sich auch das Premium-Abo leisten. Die „Anzahl parallel streamender Geräte“ ist aber kein Limit an Geräten, die einen Account insgesamt benutzen können. Theoretisch kann man seinen Account auch auf 100 Geräten speichern. Von diesen Geräten können aber maximal zwei parallel den Dienst nutzen.

Meiner Beobachtung nach sind alle Inhalte, die nach 2009 produziert wurden auch auf Full-HD verfügbar. Immer mehr 4K Inhalte werden aber hinzugefügt.

Tolle Funktionen

Eine tolle und nennenswerte Funktion, die mir sehr gefällt ist die Speicherung des Standes einer Episode. Beende ich das Streaming zum Beispiel in einer Episode, so kann ich genau bei diesem Zeitpunkt auf dem Fernseher oder Tablet weiterschauen.

Technisch gesehen ist das natürlich nichts besonderes und andere Dienste haben es auch.

Des weiteren gefällt mir, dass das User Interface sehr schön gestaltet ist. Dieses wird von manchen als großen Kritikpunkt gesehen. Vorteilhaft ist, dass es auf jedem Gerät nahezu identisch aussieht.

Ebenfalls gefällt mir sehr, dass der Dienst für den Multi-User-Betrieb geeignet ist. Zum Beispiel kann man für jedes Familienmitglied ein eigenes Profil anlegen. Nutzerpräferenzen werden an das Profil gebunden. Der Kids-Modus schlägt nur Serien und Filme, die für Kinder bis 12 Jahren geeignet sind, vor. Wenn man in diesem Modus speziell nach anderen Inhalten sucht, werden diese nicht angezeigt.

Will man sich Filme, die mit dem Amerikanischem Rating „R“ oder in Deutschland FSK 18 eingestuft sind, muss man manchmal einen vorher definierten PIN eingeben. Man hat sich also auch Gedanken über den Jugendschutz gemacht. Anscheinend hat man aber nicht alles getestet :-)

netflixPin

Offlinenutzung

Vor kurzem hat Netflix ein Statement rausgegeben, dass es nie die Offline-Speicherung von Inhalten geben wird. Weder für kurze oder lange Zeit. Die lange oder permanente Speicherung wäre auch nicht nötig gewesen, aber zumindest für eine kurze Zeit wären Anwendungsszenarien vorhanden!

Zum Beispiel, wenn ich nach Hause fahre. Zu Hause bei meinen Großeltern habe ich nur DSL Light (128 KBit/s). Für das SD-Streaming reicht es zwar, aber HD-Streaming war ausgeschlossen. Am Vorabend vor meiner Heimreise hätte ich zum Beispiel eine Staffel „Lie to me“ runterladen können und so zu Hause offline in HD anschauen.

Spotify erlaubt mir die offline-Nutzung von Musik. Ich glaube nach 7 Tagen muss Spotify mal Netz bekommen und ein paar Sachen abgleichen. Fürs Wochenende bei meinen Großeltern ist das einfach richtig praktisch.

Fazit

Alles in allem haben mich meine 5 Monate genau 26,97 € gekostet. Hätte ich mir alle DVD’s / BluRay’s meiner neu entdeckten Serien gekauft wäre ich bestimmt mit dem 20-fachem dabei. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also sehr gut.

Ich kann Netflix nur weiterempfehlen. Dazu ist der Probemonat gut geeignet. Sollte man sich währenddessen anders entscheiden, entstehen keine Kosten.

Läuft bereits ein Abo und man kündigt es, wir der Account für ein Jahr „nur“ still gelegt. Sollte man es sich während dieser Periode anders entscheiden, so sind alle Präferenzen noch vorhanden und man kann wieder voll durchstarten.

Aktuell schaue ich mir das Angebot von Watchever an, denn auf Video-on-Demand will ich nicht mehr verzichten. Eventuell bessert Netflix noch ein bisschen nach, dann wäre ich durchaus dazu geneigt ein neues Abo aufzunehmen.

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