Debian oder Ubuntu auf dem Desktop: Ein Erfahrungsbericht

Achtung! Dieser Artikel ist älter als ein Jahr. Der Inhalt ist möglicherweise nicht mehr aktuell!

Für mich gibt es eigentlich nur ein Linux-Betriebssystem! Und das ist Debian. Dafür gibt es mehrere Gründe. Dazu gehören zum Beispiel leistungsstarke Update-Server, Installation ohne grafische Oberfläche und Robustheit. Nach meinem VAC Bann und den Berufsabschluss wollte ich wieder auf Linux umsteigen. Wieder deswegen, weil ich bereits einen Versuch mit Linux Mint Debian Edition (LMDE) gestartet habe, diesen aber nach knapp einen Monat wieder verworfen habe. Damals ging meine SSD kaputt und ich wollte wieder Spiele spielen.

Seit Anfang August habe ich Windows nun endgültig den Rücken gekehrt. Seitdem habe ich 3 mal meinen Computer neu aufgesetzt.

Der Start mit Debian 7.1

Wie beschrieben habe ich also Anfang August das erste mal Debian Installiert. Über Nacht habe ich mit ein DVD Abbild heruntergeladen und am nächsten Tag installiert.

Der Start erwies sich dann eigentlich sehr einfach. Nach ca. 10 Minuten war mein System komplett installiert und ich konnte schon meine Anpassungen vornehmen. Sehr gefallen hat mir, dass mein Mikrophon ohne Probleme im TeamSpeak benutzt werden konnte. Das war damals meine grösste Angst, da ich mit Linux Mint 12 sehr viele Probleme mit dem Sound hatte. Die Nachinstallation von Grafiktreiber und desgleichen war per Kommandozeile ziemlich einfach – so wie man es von Linux her ja kennt.

Die erste Installation

Nach einer Woche kamen dann einige Probleme zum Vorschein.

Rhythmbox: Eingabefelder, die Kommandozeile und Ich

Im Hintergrund (das Fenster hatte keinerlei direkten oder indirekten Fokus) spielte Rhythmbox Musik. Ich wollte in Eclipse gerade eine neue Klasse erstellen. Beim Drücken der Backspace-Taste verstummte die Musik dann. Rhythmbox spielte noch Musik ab und die Ausgänge waren nicht gemuted. Mit einigem Verdruss habe ich die ständige Unterbrechung dann ignoriert.

Nach dem Programmieren habe ich meine Musik wieder angemacht und wollte einige Terminalscripte schreiben. Sobald ich Tabulator drückte (die Taste braucht man ja seeehr oft!) verstummte meine Musik wieder!

Dann kam mir die Idee, dass vielleicht Hotkeys aktiv sind. In den Einstellungen waren aber keine Hinterlegt. Wäre ja auch dämlich wenn man Backspace oder Tabulator als Hotkey verwendet. Das Problem tritt bis heute anscheinend nur bei mir auf und ist immer noch ungelöst.

Systemabsturz nach kurzer Volllast

Dieses Phänomen hatte anscheinen auch nur ich. Wenn mein PC für kürzere Zeit unter Volllast lief ist das ganze System eingefroren. Die Maus war noch bewegbar, aber auf Eingaben hat die Oberfläche nicht mehr reagiert. Sound und Video (ohne Bild) sind weitergelaufen. Nach 2 Minuten hat sich der PC nur neu gestartet, blieb allerdings nach „Detecting IDE drives“ nach dem BIOS Boot hängen. Ein Hardreset löste das Problem.

Beim kompilieren eines Kernelmoduls (nur kompilierung, keine Installation) hatte ich das selbe Problem. Meine Vermutung ist, dass ein Deadlock in einem der Prozesse zu einer kompletten CPU-Blockade geführt haben (das rote Lämpchen am PC gehäuse war dauerhaft an :-D). Leider reicht mein Wissen nicht so weit, dass ich es näher diagnostizieren konnte.

Libre Office aus den Backports

Leider wird selten aktuelle Software in die Repos eingespielt. Mancher wird sagen, dass das eigentlich ein Vorteil ist. Das kann ich auch so im Raum stehen lassen, aber auf dem Desktop will ich nicht erst Libre Office 4 bekommen, wenn die 6er Version released wird. Doch für diese Problematik hat jemand mal die Backports erfunden. In diesen Repos werden aktuellere Softwareversionen eingepflegt mit dem Hinweis, dass diese Software zwar getestet ist, aber nicht unbedingt Fehlerfrei ist. Für einen produktiven Betrieb (als Server) wird abgeraten. Auf dem Desktop aber meiner Meinung nach absolut verkraftbar.

Nach der Installation von Libre Office aus den Backports hatte ich zwei Tage auch keinerlei Probleme. Aus den normalen Repos habe ich irgendeine Lib nachinstalliert und kurze Zeit darauf wieder entfernt. Diese wurde zwar nicht von Libre Office benützt, aber der Paketmanager kam durcheinander. Das Resultat: Seitenlange unkonfigurierte Pakete, fehlende Abhängigkeiten und ein unbrauchbarer Paketmanager.

Meine erste Neuinstallation.

Die zweite Installation

Nun gut. Rückschläge hat jeder mal. Also auf und ein zweites Mal installieren. Ohne groß um den Brei reden zu wollen: Es hat sich nichts geändert. Innerhalb von 6 Stunden habe ich dann aufgegeben wieder alles neu herunterzuladen und habe mich auf die Suche nach einem anderen Linux-Derivat umgesehen.

Linux Mint war meine erste Idee, aber da hatte ich die Sound- und Videoprobleme. Ubuntu habe ich immer skeptisch angesehen, obwohl es ja auf Debian aufbaut. Die neue Oberfläche, usw. Nach enigem Googeln habe ich mich dann doch für Ubuntu entschieden und sofort nach der (ehrlich gesagt etwas längerem Installation [~30 Minuten auf SSD ohne Downloads]) wieder Cinnamon installiert. Bis jetzt habe ich keine Probleme festgestellt und alles läuft ohne Probleme.

Faziz

Mittlerweile fahre ich seit 2 Tagen mit Ubuntu ziemlich gut. Es ist wie Debian, nur aktueller. Ich schäme mich nicht dafür, wenn ich sage: Debian auf dem Server und Ubuntu auf dem Desktop!

Vorteile Debian:

Vorteile von Ubuntu:

Eigentlich muss jeder selber wissen was er benutzt.


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